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Zertifikate verbriefen das Recht auf Partizipation an der Wertentwicklung eines zu Grunde liegenden Investments (Underlying) wie etwa einer Aktie, eines Index, eines Rohstoffes oder einer Fremdwährung. Für jede Markterwartung, Risikobereitschaft und jeder Anlagehorizont werden Zertifikate entwickeln und angeboten.
Ein wesentlicher Vorteil für den Anleger besteht darin, bereits mit kleinen Beträgen in Märkte investieren zu können. Darüber hinaus kann der Investor mit bestimmten Zertifikaten auch in seitwärts tendierenden und fallenden Märkten Profite erzielen.
Es gibt eine Vielfalt von Zertifikatstypen, deswegen ist es wichtig die Grundelemente bzw. die wichtigsten Modalitäten der Zertifikate zu kennen. Ein Beispiel dafür ist das Zertifikat „LOCK-IN-Bonus-Zertifikat auf Nikkei 225" mit ISIN DE000SBL3CW6 begeben von Sal Oppenheim. Dieses Zertifikat wird als LOCK-IN-Bonus-Index-Zertifikat Quanto eingestuft, da dieses Zertifikat vereint die Merkmale eines Bonus-Zertifikats auf einem Index mit einem LOCK-In Mechanismus für die Rückzahlung und dazu ohne Währungsrisiko.
Die vielfältigen Produktkombinationen bieten den Anleger die Möglichkeit, ihre Anlagestrategie noch genauer den eigenen Markterwartungen sowie den Chance- und Risikobedürfnissen anzupassen. Der Nachteil ist die hohe Komplexität derartiger Kombiprodukte. Die Publikationen (z.B. Magazine, Flyer, Verkaufsprospekte) des jeweiligen Emittenten helfen dabei, die genaue Zusammensetzung zu verstehen. Auf eine Beratung sollte der private Anleger aber nicht verzichten.
Beispiele von Produktkombinationen:
Protect-Bonus-Aktien (bzw. Index) -Cap-Zertifikate
Protect-Bonus-Index-Zertifikate Quanto
Reverse- Protect-Bonus-Aktien (bzw. Index)-Zertifikate
Protect-Discount-Index-Zertifikate Quanto
Rolling Flex Pro Discount-Zertifikate
Express Airbag-Zertifikate
Express-Bonus-Index-Zertifikate
Multi Express Bonus Zertifikate
Reverse-Protect-Outperformance-Index-Zertifikat Quanto
Outperformance-Bonus-Zertifikate
Einige Zertifikate werden mit solchen Merkmalen bzw. Mechanismus ausstatten:
Quanto: Währungsgesichert.
Open End: Ohne festgelegte Zeitlauf.
Cap / Capped: Es handelt sich um eine Obergrenze, bis zu der Anleger an der positiven Entwicklung des Basiswerts partizipieren. Es wird auch als Gewinnobergrenze genannt.
Teilschutz-, Protect-, Airbag-, Fallschirm-Struktur: Kapitalgarantie bis eine festgelegte Schwelle, diese Sicherheit wird meistens durch eine Gewinndeckelung erkauft.
Reverse: Anleger profitieren von fallenden Kursen. Zum Beispiel die Barriere bei Reverse Bonus-Zertifikaten liegt bei Emission deutlich über dem aktuellen Referenzkurs des Basiswertes.
Flex-Mechanismus: Erlaubt eine Underperformance bis zur Sicherheitsschwelle zum jeweiligen Bewertungstag bzw. zum Feststellungstag.
Lock-In Mechanismus: Es gibt eine fortlaufende Berechnung einer Mindestrückzahlung (Lock In Stufen), die an monatlichen Stichtagen ermittelt wird (Durchschnittsbildung).
Look-Back-Mechanismus: Es erlaubt innerhalb einer bestimmten Kursfestlegungsphase rückwirkend das niedrigste Einstiegsniveau zu bestimmen.
Rolling-Mechanismus: Der Anleger braucht ein Derivat nur einmal zu kaufen. Danach läuft das Produkt praktisch endlos weiter, da das angelegte Kapital regelmäßig den neuen Konditionen entsprechend reinvestiert wird. Meistens wird die Konstruktion eines virtuellen kurzlaufenden Zertifikats laufend wiederholt, womit sich auch hier die Renditechance erhöht. Da sich der Investor nunmehr nicht mehr selbst um die Umschichtung in ein neues Zertifikat kümmern muss, ist das Konzept ideal für den langfristigen Vermögensaufbau - sei es durch eine Einmalanlage oder mit einem Sparplan. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Investoren bei der Wahl des Emittenten auf eine gute Bonität achten, vollständige Transparenz der Produkte und die Verständlichkeit der Mechanismen, die den Zertifikaten zugrunde liegen.
Zu beachten ist auch, dass sämtliche Tilgungsvarianten erfolgen unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses. Diese beschreibt, in welcher Relation ein Zertifikat die Kursentwicklung des Basiswertes abbildet. Bei Zertifikaten auf einzelne Aktien ist das Bezugsverhältnis in der Regel 1:1, Zertifikate auf Indizes weisen oft ein Bezugsverhältnis von 1:10 oder 1:100 auf. Ein DAX-Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von z.B. 1:1 ist bei einem Indexstand von 5000 Punkten 5000 Euro wert, ein Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis von 10:1 bei gleichem Indexstand 500 Euro.
Die Zertifikate kann man wie folgt klassifizieren:
- nach Anlageklasse in Anlagezertifikate, Strukturierte Anleihen und Trading- bzw. Hebelprodukte
- nach Basiswert in Aktien, Aktienbasket, Indizes, Fonds, Rohstoffe, Anleihen, Währungen und Zinsen
- nach Anlagestrategie und Risikoneigung in Renditeoptimierungs-, Partizipations-, Kapitalgarantie- und Hebelprodukte
- nach Produktarten bzw. Produktgattung in verschiede Hauptkategorie (klassische) und diese wiederherum in Unterkategorie je Merkmale und eigesetztes Mechanismus.
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